Personal

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Kapitel "Personal"

 


Corona als Herausforderung für alle Mitarbeiter

Monatelange Schließungen, Arbeitsalltag mit immer neuen Erlassen: Aufgrund der Corona-Pandemie befanden sich alle Mitarbeiter*innen unseres Landesverbandes auch beruflich im Ausnahmezustand. Seit dem Frühjahr 2020 sind alle Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit.

Für einige Häuser war es ein Auf und Ab, andere waren anhaltend seit dem 17. März 2020 geschlossen: Aufgrund der enormen Stornierungen vor allem von Schulklassen und Gruppen konnten wir aus wirtschaftlichen Gründen leider nicht alle westfälisch-lippischen Jugendherbergen wieder ans Netz nehmen. So befanden sich die Teams von neun Jugendherbergen bis zum Frühsommer 2021 in der Zwangspause, andere Herbergen mussten im Zuge des November-Lockdowns wieder schließen.

Auch zwischendurch in den Öffnungsphasen wurden der gewohnte Arbeitsalltag durch immer neue Erlasse, Regeln und Maßnahmen regelmäßig auf den Kopf gestellt. „All diesen Herausforderungen sind unsere Mitarbeiter*innen trotz der Kurzarbeit mit enormer Flexibilität, Offenheit, kreativen Lösungen und Teamgeist begegnet. Das alles ist nicht selbstverständlich. Dafür möchte ich mich – auch im Namen unseres Vorstandes – ganz, ganz herzlich bedanken!“, betont Geschäftsführer Guido Kaltenbach.

So war es für die Kolleg*innen selbstverständlich, sich gegenseitig zu unterstützen. Viele Teams vor allem der geschlossenen Herbergen, halfen in den geöffneten Häusern aus: Küchenchefs bereiteten „Bad Driburger“ Menüs kurzerhand am Aasee zu, Hausleiter checkten die Gäste in Brilon statt in Rüthen ein oder reisten vom Glörsee an die Bochumer Rezeption, um nur einige Beispiele zu nennen.
 


Projektarbeit während der Schließzeiten

Die Schließzeiten unserer Jugendherbergen haben wir genutzt, um neue Projekte anzuschieben oder Themen zu vertiefen. In sechs Projektteams haben die Hausleiter*innen etwa eine neue „Onboarding“-Strategie zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter*innen erarbeitet oder einen Leitfaden rund um das Thema „Ausbildung“ erstellt – inklusive Informationen zu „Bufdis“ (Bundesfreiwilligendienst), FSJ-lern (Freiwilliges Soziales Jahr).

Außerdem haben die Teams beispielsweise unsere SMILE-Qualitätsstandards weiterentwickelt oder die einheitliche und optimale Nutzung von ASSD verbessert. Dabei hat das Projektteam Videos und Tutorials, Leitfäden und neue Funktionen zu unserem Buchungs- und Reservierungssystem zusammengestellt, sodass sich das Handling mit dem komplexen Programm in der Praxis deutlich verbessert.
 


Digitale Kommunikation: tägliche Videokonferenzen & Homeoffice

Gerade in Krisenzeiten ist eine schnelle und gute Kommunikation enorm wichtig: So wurden alle Hausleiter*innen im März 2020 mit Dienstlaptops und Smartphones ausgestattet und das Programm „Microsoft Teams“ eingeführt. Seither fand ein Großteil der Kommunikation auf den verschiedenen Ebenen über Videokonferenz auf der Plattform statt –   etwa die wöchentliche ‚Hausleiterrunde‘, Besprechungen unter Kollegen im Homeoffice, oder der Austausch unter den Geschäftsführern der Landesverbände und dem Hauptverband.
 


Mitgliederversammlung 2020: Vorstandswahl im schriftlichen Verfahren

Wie viele Vereine im Corona-Jahr ist haben auch wir beschlossen, kein gesundheitliches Risiko einzugehen und auf eine Mitgliederversammlung als Präsenzveranstaltung zu verzichten. Die notwendigen Beschlüsse wurden deshalb quasi ‚per Post‘ gefasst. Um einen möglichst reibungslosen Ablauf sicherzustellen, hat das Team der Geschäftsstelle eigens Abstimmungsbögen konzipiert, Infopakete geschnürt und einen Leitfaden erstellt.

Auch die geheime Vorstandswahl konnte per Briefwahl gewährleistet werden; die Auszählung der Wahlzettel ist dann im Beisein der ehrenamtlichen Wirtschaftsprüfer in der Geschäftsstelle erfolgt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Dr. Christiane Mateika und unser bisheriger Geschäftsführer Wolfgang Büttner, über deren Engagement wir uns sehr freuen. Auch bei den ausgeschiedenen Beisitzer*innen Anke Hein und Michael Güttler bedanken wir uns ganz herzlich!
 


Neustart in der Krise: Neue Hausleiter*innen

Interview mit Kevin Schnnitzler, Jugendherberge Sorpesee

Neustart in der Krise: Vier neue Hausleiter*innen haben ihre Posten inmitten der Corona-Pandemie angetreten. So wie Kevin Schnitzler: Der 30-Jährige hat zuletzt auf der MS Europa gearbeitet und im Februar das Ruder der Jugendherberge Sorpesee übernommen.

Vom Kreuzfahrtschiff an den Sorpesee: Wie ist ihr beruflicher Background und was hat Sie ins Sauerland gelockt?
Kevin Schnitzler: Ich bin Hotelfachmann und war in den letzten vier Jahren viel im Ausland und in der Kreuzfahrtbranche tätig. Zuletzt war ich Public Room Manager auf der MS Europa. Zuvor war ich in Luxushotels in der Schweiz und in Österreich als Bar- und Restaurantleiter tätig. Durch Freunde, die schon viele Jahre in Jugendherbergen arbeiten und ihre Jobs lieben, hatte ich schon lange einen indirekten Bezug zum DJH. Ich finde es toll, dass ich mich nun als Hausleiter persönlich und beruflich weiterentwickeln kann. Ich sehe für das Haus großes Entwicklungspotential, das ich voll ausschöpfen möchte.

Ein Neustart ohne Gäste: Wie war es für Sie, inmitten der Pandemie als neuer Hausleiter zu starten?
Für mich persönlich war es natürlich eine sehr besondere Situation. Ich bin ja völlig neu ins Unternehmen eingestiegen und es ist schon eine große, – ausdrücklich sehr positive Umstellung – von der Luxusgastronomie/-hotellerie hin zur gemeinnützigen Jugendherbergs-Welt. Dennoch bin ich sehr froh und stolz, in diesen Zeiten eine derart verantwortungsvolle und spannende Aufgabe übernehmen zu dürfen. Ich bin die ersten vier Wochen durch einige Jugendherbergen gereist und habe neben Kontakten in Videokonferenzen, Telefonaten und E-Mails viele Hausleiter-Kollegen schon persönlich kennengelernt. Durch die durchweg offene, hilfsbereite und positive Unterstützung aller Kollegen fühle ich mich trotz der besonderen Umstände von Anfang an gut aufgehoben. Zu wissen, dass man immer Hilfe bekommt, wenn Fragen aufkommen, ist eine große Erleichterung. Ich bin schon nach kurzer Eingewöhnung am Sorpesee „angekommen“ – und die Lage direkt am See ist einfach schön!

Was haben Sie sich für die Jugendherberge Sorpesee vorgenommen?
Erstmal freuen wir uns natürlich riesig, dass wir jetzt endlich wieder Gäste begrüßen dürfen. Ich glaube, dass durch die Pandemie auch Chancen entstehen, die sich langfristig sehr positiv auswirken können, etwa der Trend zum Urlaub in Deutschland. Dieses Potenzial möchte ich bestmöglich nutzen, zum Beispiel mit passenden, attraktiven Programmen. Ganz wichtig ist mir, das Ganze als Teamleistung zu sehen und ich es schaffe, alle Mitarbeiter*innen für meine Ideen und Ziele zu begeistern.

 

Auch in den Jugendherbergen Bielefeld, Petershagen und Reken gab es personelle Veränderungen. Dabei blicken Mark Gabisch, Sandra Vollmer und Hildegard Hövel schon auf eine teils jahrzehntelange Karriere beim DJH zurück:
 

Sandra Vollmer, Jugendgästehaus Petershagen

Die ausgebildete Touristikassistentin blickt neben jahrelanger Erfahrung in der 4-Sterne-Hotellerie auch schon auf verschiedene Stationen im DJH Landesverband Westfalen-Lippe zurück: Sandra Vollmer ist seit 2009 im DJH tätig und war stellvertretende Hausleiterin in Bielefeld und Petershagen. „Eine große Einarbeitung war entsprechend nicht nötig, da ich nach mittlerweile 12 Jahren DJH die Strukturen bereits sehr gut kenne. Zudem hatte ich bereits am DJH-Management-Kolleg teilgenommen“, so Vollmer. Eine Herausforderung war der Start als Hausleitung während der Pandemie dennoch – schließlich hat Corona bekannte Abläufe auf den Kopf gestellt und es galt, viele zusätzliche Aufgaben wie Hygiene-Vorgaben oder Mitarbeiter-Schulungen zu meistern. „Zum Neustart unseres Hauses wünsche mir nun, dass alle Mitarbeiter*innen schnell wieder als Team zusammenwachsen und wir unsere Ziele gemeinsam erreichen werden“, so die Hausleiterin.
 

Mark Gabisch, Jugendgästehaus Bielefeld

Von Bochum nach Bielefeld: Inmitten der Corona-Pandemie hat Mark Gabisch im September 2020 die Leitung des Jugendgästehauses Bielefeld übernommen. Der 32-Jährige hat ab 2011 bereits seine Ausbildung zum Hotelfachmann im Jugendgästehaus in Bochum absolviert und bis zu seinem Wechsel dort gearbeitet, zuletzt als stellvertretender Hausleiter. „Aufgrund der Sonderbelegung durch besonders schutzbedürftige Geflüchtete durch die Bezirksregierung Detmold war diese Situation trotz aller Erfahrung auch für mich ungewohnt und neu“, berichtet Gabisch. Von Routine ist bis zum Sommer 2021 auch noch nicht die Rede. Das Haus erhielt unter dem Titel „Denkfabrik“ ein völlig neues Profil und wurde entsprechend umgestaltet. „Das gesamte Team in Bielefeld blickt auf aufregende Monate zurück. Nun freuen wir uns sehr auf die Neueröffnung Anfang Juli und sind sehr gespannt auf das Feedback der ersten Gäste“, so Mark Gabisch.
 

Hildegard Hövel, Jugendherberge Reken

Die frühere Krankenschwester und Pflegemanagerin Hildegard Hövel feiert nächstes Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum beim DJH: 2002 als Assistentin in der Jugendherberge Lindlar gestartet, ist sie über Bad Münstereifel, Köln und Rheine schließlich in der Jugendherberge Reken „gelandet“. Jugendherbergen ein Profil geben und dieses etablieren – das ist Ihre besondere Stärke. So hat sie als Leiterin das Haus in Rheine – aktuell wegen einer geplanten Modernisierung geschlossen – sehr erfolgreich als beliebtes Ziel für Sportvereine und -gruppen entwickelt. Sportlich geht es auch in Reken weiter: Der Standort soll ebenfalls attraktiver für aktive Gruppen werden. „Toll ist, dass ich auf meine Mannschaft voll zählen kann und wir hier alle an einem Strang ziehen“, sagt Hövel.
 


Zahlen und Fakten

Beschäftige:                                                    377

Hausleitungen                                                25

Beschäftige in JH
(einschl. geringfügig Beschäftigte)            317

Auszubildende                                                9

Mitarbeiter*innen der Geschäftsstelle     26

Wir nahmen Abschied

Am 26. Juni 2020 verstarb unser Hausleiter Reiner Meier. Herr Meier trat am 1. Mai 1985 in unseren Landesverband ein. Er war zunächst in der Jugendherberge Burg Bilstein tätig, bevor er gemeinsam mit seiner Ehefrau die Leitung der Jugendherberge Paderborn und ab Juni 2000 die Leitung der Jugendherberge in Reken übernahm. Wir haben ihn als engagierten Menschen kennen- und schätzen gelernt, der oft über das Normalmaß hinaus nicht nur seinen Verpflichtungen nachkam, sondern auch mit Freude bei der Arbeit war. Wir werden Reiner Meier stets ein ehrendes Andenken bewahren.